Die Bündnispartner der Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“ fordern die Übernahme der Volksinitiative in den Koalitionsvertrag

Artenschutz und stärkere Förderung einer naturverträglichen Landwirtschaft jetzt verankern!

Pressemitteilung vom 03.10.2019

Die hinter der Volksinitiative stehenden Bündnispartner appellieren an die den Koalitionsvertrag aushandelnden Parteien, ihre Forderungen ernst zu nehmen und entsprechend im neuen Koalitionsvertrag umzusetzen. Jetzt ist der Zeitpunkt, um wichtige Weichenstellungen für den Insektenschutz, und damit viele weitere Arten wie Amphibien, Vögel und Kleinsäuger, in den Koalitionsvertrag aufzunehmen. Für die Förderung der Artenvielfalt in Landwirtschaft und Kommunen braucht es eindeutige gesetzliche Grundlagen. 

„Wenn die Volksinitiative mit ihren konkreten Vorschlägen nicht Eingang in den Koalitionsvertrag finden sollte, werden wir den nächsten Schritt gehen und ein Volksbegehren initiieren. Aufgrund des schon jetzt hohen Standes der Unterschriften bei der Volksinitiative und des großen Zuspruchs aus der Bevölkerung beim Thema Insektenschutz und Artenvielfalt sind wir uns sicher, dass wir bei den Eintragungen in den Amtsstuben die erforderliche Anzahl von 80.000 Unterstützern erreichen werden. Zuletzt hatten wir mit dem erfolgreichen Volksbegehren gegen Massentierhaltung 104.000 Eintragungen erzielt“, erklärt Friedhelm Schmitz-Jersch, Vertrauensperson der Volksinitiative und Vorsitzender des NABU Brandenburg.

Es sind nicht nur die Naturschutzverbände, die diese klaren Forderungen gegen das Artensterben und für die Förderung der Artenvielfalt in Landwirtschaft und Kommunen stellen. Hinter der Volksinitiative steht eine große Bandbreite an Trägern und Unterstützern, darunter unter vielen anderen der Landesimkerverband, die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, der Märkische Wirtschaftsverbund fair & regional oder das Umweltinstitut München.

„Wir lassen nicht nach – gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern sammeln wir weiterhin Unterschriften für die Volksinitiative. Seit der Bekanntgabe des Zwischenstands von 50.789 Unterschriften Ende August sind nochmal sehr viele neue Unterschriften dazugekommen. Es ist sehr vielen Menschen klar, dass nicht nur der Klimawandel sondern auch das Artensterben zu den größten Herausforderungen unserer Zeit gehört“, erläutert Anton Kröber aus dem Vorstand der BUNDJugend Brandenburg.

„Wir brauchen deutlichere Schritte in der Agrar- und Umweltpolitik der neuen Landesregierung“, unterstreicht Anja Hradetzky, Vertrauensperson der Volksinitiative und Bäuerin aus Stolzenhagen. „Die Förderung einer naturverträglichen Landwirtschaft muss klar im Fokus stehen. Leistungen für den Klima- und Artenschutz sind Leistungen für das Gemeinwohl der Bevölkerung und müssen viel stärker finanziell honoriert werden.“

Hintergrund:

Die Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“ wurde im April 2019 von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis gestartet und hat bereits mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt (Stand August 2019). Sie fordert von der Landespolitik, dass der Einsatz von Pestiziden in Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten grundsätzlich untersagt, die Landwirtschaft umweltverträglicher gestaltet, der Ökolandbau vorangebracht, Gewässer besser vor Schadstoffeinträgen geschützt sowie die Weidetierhaltung unterstützt wird. Die Initiatoren haben ihre wichtigsten Forderungen in konkrete Gesetzesvorschläge einfließen lassen und wollen so die Rahmenbedingungen für den Schutz der Artenvielfalt in Brandenburg grundlegend verbessern.

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender NABU Brandenburg, Tel. 0171 – 366 7469

Anton Kröber, Sprecher der BUNDjugend Brandenburg, Tel. 0176-82247497

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