Aktion der Volksinitiative „Artenvielfalt retten: Keine Pestizide in Schutzgebieten!“

Mit der Aktion „Artenvielfalt retten: Keine Pestizide in Schutzgebieten“ will die Volksinitiative Artenvielfalt aufzeigen, dass in Naturschutzgebieten – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit – tatsächlich Pestizide eingesetzt werden können und damit Aufmerksamkeit für diese Problematik schaffen. Im Naturschutzgebiet Kuhzer See-Klaushagen stellten AnwohnerInnen in Schutzanzügen ein Naturschutzgebietsschild auf, auf dem die Eule eine Atemschutzmaske trägt. Die klare Botschaft: Keine Pestizide in Schutzgebieten!

Die Forderung nach einem konsequenten Pestizidverbot in Schutzgebieten ist eine der zentralen Forderungen der Volksinitiative, um wertvolle Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten in Brandenburg zu erhalten. Jegliche chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie mineralische Stickstoffdünger sollten dort verboten werden.

Im NSG Kuhzer See-Klaushagen bzw. in den FFH-Gebieten Klaushagen und Kuhzer See sowie Jakobshagen dokumentieren AnwohnerInnen den Einsatz von Pestiziden über viele Jahre und kämpfen gegen die Ackergifte. „Wir verzeichnen bei uns vor Ort in den Schutzgebieten ein besonders dramatisches Artensterben der Insekten, Vögel und Amphibien“, stellt Sybilla Keitel, Künstlerin und BUND-Mitglied, fest. „Wir verfolgen, wie auf landwirtschaftlichen Flächen in den Schutzgebieten über Jahre hinweg Insektizide, Herbizide und Fungizide eingesetzt werden, die sich auch in den Tümpeln – Lebensraum vieler Amphibien und Wasserquelle für viele Insekten – nachweisen ließen. Seit Jahren kämpfen wir an allen Fronten gegen die Ackergifte, und ganz besonders gegen die Widersinnigkeit, sie sogar in NSG einzusetzen.“ 

„Wir brauchen dringend ein komplettes und konsequentes Verbot von Giften in Schutzgebieten und fordern daher mit unserer Volksinitiative, dass das Pestizidverbot in Naturschutzgebieten flächendeckend umgesetzt und auf FFH-Gebiete erweitert wird“, erläutert Wilhelm Schäkel, Verteter der Volksinitiative und BUND-Vorstandsmitglied. „Natürlich sollen Landwirte für den Mehraufwand einer Bewirtschaftung ohne Pestizide einen finanziellen Ausgleich bekommen. Die Unterstützung der Landwirte bei einer naturverträglichen Bewirtschaftung ist uns ein wichtiges Anliegen.“

Hintergrund

Leider erlauben die Schutzgebietsverordnungen der meisten Naturschutzgebiete (NSG), dass Pestizide für die Land- oder Forstwirtschaft eingesetzt werden können. Von 471 NSG in Brandenburg steht bei 147 NSG von vornherein kein Pestizidverbot in der Schutzgebietsverordnung, bei den verbleibenden mit Pestizidverbot ist bei 137 NSG der Pestizideinsatz im Rahmen der ordnungsgemäßen Land- und Forstwirtschaft erlaubt, und auch bei den restlichen Schutzgebieten mit Verbot ist immer noch eine Befreiung möglich. Bei FFH-Gebieten gibt es lediglich das unkonkrete Verbot der „Verschlechterung des Lebensraums für die dort geschützten Arten“, aber keine konkreten Vorgaben.

Schutzgebiete sind eigentlich dazu da, der Natur Rückzugsräume zu bieten und sie zu erhalten. Denn Naturschutzgebiete (NSG) und die europäischen Schutzgebiete der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Gebiete) sind die wertvollsten Flächen für Natur und Artenvielfalt im Land. Der bislang legale Pestizideinsatz jedoch hat negative Folgen für Insekten, Amphibien, Vögel und Kleinsäuger.

Die Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“ richtet konkrete Gesetzesvorschläge an die Landesregierung und fordert u.a. auch die Landwirtschaft umweltverträglicher zu gestalten, den Ökolandbau voran zu bringen, den Pestizideinsatz insgesamt zu verringern, Gewässer besser vor Schadstoffeinträgen zu schützen sowie die Weidetierhaltung zu unterstützen.  

Gerne können wir Ansprechpartner zum Thema und zu der Initiative vor Ort vermitteln.

Bei Rückfragen:
Viola Dannenmaier, Koordinatorin der Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“, koordination@artenvielfalt-brandenburg.de , Tel. 0331- 703997-15

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